Strahlende Wäsche: Umweltfreundlich und Günstig

INHALT

Erste moderne Waschmittel

Wie waschen wir umweltbewusster?

Waschmittel selbstgemacht

Vollwaschmittel

Flüssiges Waschmittel

Weiss-Waschmittel

Feinwaschmittel / Wolle, Seide, Daunen

Weichspüler

Textilerfrischer

Sind DIY-Waschmittel schädlich für die Maschine?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Umweltschonend Wäsche waschen

Seit Menschen begannen Häute, Felle und pflanzliche Fasern zu Textilien zu verarbeiten, mussten diese auch gereinigt werden. Schlafstätten und Bekleidung, besonders für Säuglinge, waren wohl die frühesten Nutzungsbereiche für Stoffe, dementsprechend war Sauberkeit des Gewebes schon seit jeher (überlebens-) wichtig. Ein Keimbefall der Wäsche würde in kürzester Zeit zu Verbreitung von Krankheiten beitragen, welche lange vor der Entwicklung von z.B. Penicillin schnell tödlich verlaufen konnten.

Beim Gedanken an Hygiene in früheren Zeiten haben wir oft Bilder aus den vorherigen Jahrhunderten vor dem geistigen Auge. Wir erschrecken vor den katastrophalen Umständen, die z.B. die Verbreitung der Beulenpest (und den Tod eines Drittels der Erdbevölkerung) ermöglichte, oder dass es zum feudalistischen Lifestyle gehörte, sich nur einige Badetermine im Jahr leisten zu wollen und im Alltag den Eigengeruch mit Parfum zu überdecken. Doch dies ist nur ein winziger Teil der Menschheitsgeschichte; wenn wir den Fokus erweitern, sehen wir, dass wir Menschen eigentlich immer ziemlich saubere Leute waren. Es war aber mit einem grösseren Aufwand verbunden.

Als allererstes wuschen Menschen ihre Wäsche mit fliessendem Wasser in Bächen und Flüssen. Schon früh waren zudem Saponine bekannt, jene Pflanzenstoffe, die eine seifenartige Wirkung haben. Mit Wasser vermischt ergibt sich eine schaumige, reinigende Lösung, in der man schmutzige Textilien einlegen und schrubben konnte. Saponine besitzen ausser der schmutzlösenden Eigenschaften auch eine antibakterielle und fungizide (pilztötende) Wirkung, die für die Reinigung natürlich von grossem Vorteil waren. Saponine kommen praktisch überall auf der Welt in über 90 Pflanzengattungen vor; in Europa z.B. in Seifenkraut, Efeu und Rosskastanie, auf den amerikanischen Kontinenten in Hülsenfrüchten, Yuccapalme und Seifenrindenbaum, in Südostasien in Waschnüssen, usw.

Auch Holzasche wurde von unseren Ahnen zur Reinigung von Wäsche, Körpern und in der Zahnhygiene verwendet. Holzasche in Wasser angesetzt ergibt eine alkalische Lösung, auch Lauge genannt, mit einem pH-Wert von 8-11. Genau wie bei der stark alkalischen Seifenlauge erklärt der hohe pH-Wert die starke Fettlösekraft. Weiterhin enthält Holzasche enthärtende Substanzen (Phosphat) und basische Alkali- und Erdalkaliverbindungen, die bei Erhitzung im Wasser in Verbindung mit dem Fett schmutziger Wäsche seifenartig wirken. 

 

Aschelauge ist leicht selbst herzustellen. Sie benötigen dafür Wasser, Asche (in Pulverform) sowie pH-Wert-Teststreifen.Setzen Sie 100g Asche mit einem Liter kaltem Wasser an, lassen Sie die Mischung zwischen sechs und 24 Stunden ziehen. Der pH-Wert wird mit der Zeit auf mindestens 8,5 bis 9 angestiegen sein. Dieser Wert ist für eine Reinigungslösung bereits ausreichend, bei ca. 10-11 erreicht die Lösung den pH-Wert eines regulären Waschmittels. Die fertige Aschelösung kann auch für die Reinigung von Bad (nicht auf Chrom), Böden, Geschirr, Edelstahl, Silber, Cerankochfelder, Backofen u.ä. verwendet werden.Hinweis: Über 12 sollte dieser Wert aber nicht liegen, da sonst Verätzungen verursacht werden können.

 

Das Verkochen von Asche mit zumeist pflanzlichen Ölen stellte nochmal eine erhebliche Verbesserung der Reinigungsleistung dar. Vor 4.500 Jahren bereits kannten die Sumerer (im heutigen Irak) solche Seifenrezepte, die von den Agyptern und Griechen übernommen wurden, allerdings eher als Heilsalben verwendet wurden. Spätestens im Römischen Reich war die Reinigungswirkung der Masse bekannt, inmitten einer blühenden Bäderkultur. Nach Ende des Römischen Reichs um das 7. Jahrhundert n. Chr. wurden im Mittleren Osten  durch Verkochen von Öl und Lauge die Seife in ihrer heute bekannten Form erschaffen. Durch die Feldzüge der Araber geriet dieses Wissen später nach Europa. 

Im 18. Jahrhundert war wäschewaschen in Seifenlauge die gängige Methode der Textilreinigung. Auch Seifenrinde und andere Pflanzen mit hohem Saponingehalt waren zu dieser Zeit verbreitet und Mittel wie Natron und Soda befanden sich in jedem ordentlichen Haushalt. Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert beginnt die Geschichte der modernen Waschmittel – aber mit ihnen auch viele Umweltprobleme.

 

Erste moderne Waschmittel

Die ersten modernen Waschmittel enthielten übersichtliche Inhaltsstoffe: Seife und Natriumverbindungen wie Soda (Natriumcarbonat), Wasserglas (Natriumsilicat) und Bleiche (Natriumperborat oder Natriumpercarbonat). Auch heute noch sind diese und ähnliche Stoffe, z.B. Natron (Natriumhydrogencarbonat) nützliche Haushaltshelfer und ersetzen heute übliche Reiniger spielend. Einigen von uns könnten die Namen noch bekannt vorkommen, denn bis in die 1960er waren Soda, Hausnatron usw. relativ weit verbreitet. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde allerdings vergleichsweise wenig zuhause gewaschen. Aus mehreren Gründen: Eine eigene Waschmaschine in praktisch jedem Haushalt war noch undenkbar und Wäsche waschen eine zeitraubende, körperlich anstrengende Aufgabe. So sammelte man Wäsche, um sie in längeren Intervallen in einem teils mehrtätigen Ereignis zu waschen. Wäsche wurde auch an Waschmägde oder in die industrielle Wäscherei gegeben. Grundsätzlich wurde „Leibwäsche“ (also Unterwäsche, Strümpfe, Unterröcke u.Ä.) öfter gewaschen als Oberbekleidung. Abnehmbare Kragen und Manschetten sowie Vorsatzhemden ermöglichten eine zufriedenstelle Pflege der äusseren Kleidungsstücke im Waschbecken oder -zuber. Jedoch ob daheim, industriell oder an selbstständige Wäscherinnen gegeben, ein fertiges Waschmittel sprach alle an. Diese Waschmittel mussten vor allem eins sein: effizient. Und, zum Zwecke der Gewinnmaximierung, möglichst günstig herzustellen. Zum einen bedeutet das, dass diese Waschmittel ihre Reinigungssubstanzen hoch dosieren, um bei jeder Wäsche saubere Ergebnisse zu liefern, unabhängig von Wasserhärte, Verschmutzungsgrad oder der Beschaffenheit der Verunreinigung. Um für alle Fälle eine hohe Waschleistung zu erzielen, sind im Umkehrschluss für die Alltagsfälle die Inhaltstoffe oft falsch- oder überdosiert, womit die Umwelt unnötig belastet wird.

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts kamen immer mehr Vollwaschmittel auf den Markt. Bei zunehmender Konkurrenz wurde immer mehr auf Entwicklung und Forschung gesetzt – in der Werbung möglicherweise oft mehr als im Labor, denn seit der Entwicklung von Enzymen in Waschmitteln 1914 hat sich technisch nicht viel getan.
Die klassische Seife verschwand in den 1950ern und wurde immer mehr durch Tetrapropylenbenzolsulfonat (TPS) ersetzt. Dieser Stoff wurde petrochemisch hergestellt, also auf Basis von Erdöl. Nicht nur in der Gewinnung ist Erdöl ein Raubbau an der Natur, das TPS führte zu Schaumbildung in Flüssen und Seen und entzog Gewässern den Sauerstoff. Phosphate führten bis Mitte der 1980er Jahre zu Überdüngung von Gewässern. Füllsalze (Stellmittel) belasteten die Umwelt bis in die 90er Jahre.

Auch heutzutage belastet viele Waschmittel die Umwelt. Sie enthalten vor allem Tenside, Enzyme und Duftstoffe. Zusätzlich sind darin Bleichmittel, Wasserenthärter und Konservierungsmittel. Woher diese ganzen Stoffe kommen und wie die Ökobilanz der Wertschöpfungskette ausfällt, ist für die Verwender*innen kaum ersichtlich. Der mangelnde Abbau (ob biologisch oder in der Kläranlage) der Stoffe resultiert in der Belastung von Gewässern, Böden, Pflanzen und Tieren und ist noch immer ein ernstzunehmendes Umweltproblem. Tenside werden aus Erdöl, Kohle und Palmöl hergestellt und schädigen z.B. die Zellmembrane von Tieren und Pflanzen, wodurch sie anfälliger für Gifte werden. Duftstoffe sind schwer biologisch abbaubar und wirken toxisch auf Wasserorganismen. Sie sind auch der zweithäufigste Auslöser von Kontaktallergien beim Menschen (nach dem Platz 1, Nickel). Bei Enzymen handelt es sich oft um Produkte der Biotechnik, sie bestehen aus genetisch veränderten Mikroorganismen und erhöhen ebenfalls das Risiko allergischer Reaktionen. Füllsalze (Rieselsalze) sind im Wesentlichen ein Streckmittel, das gern in Grosspackungen verwendet wird. Die Salze führen zu einer Übermineralisierung des Ökosystems, wodurch Teile davon absterben können. Sogenannte Hygiene-Waschmittel enthalten Biozide, die Bakterien töten – genau wie Mikrolebewesen in Flüssen und Seen. Auch sie gelten ausserdem als allergieauslösend.

 

Wie waschen wir umweltbewusster?

Mit ein wenig Aufmerksamkeit und Anpassungen im Alltag kann man die Umweltbelastung schon deutlich reduzieren:

  • Tenside aus nachwachsenden Rohstoffen wie Zucker oder Bambus sind biologisch abbaubar und in der Gewinnung deutlich weniger belastend als z.B. der Abbau von Kohle oder Erdöl.

  • Lieber länger waschen. Moderne Waschmaschinen haben ein Öko-Programm, welches durch eine verlängerte Einweich- und Waschphase die Wäsche sauber wäscht, während die Standardprogramme mehr Energie und Wasser verbrauchen, um dasselbe Ergebnis in kürzerer Zeit zu erzielen. Also keine Angst: Die Wäsche wird sauber, auch im Ökoprogramm!

  • Duft ist nicht gleich sauber. Jahrzehntelange Werbebilder mit Menschen, die beseelt mit tiefen Zügen den Duft der Wäsche einatmen, haben uns (irreführenderweise) gelehrt: Wenn es nicht stark riecht, ist es noch dreckig. Damit Wäsche aber duftet, müssen die Duftmoleküle am Stoff haften und sich nur langsam verflüchtigen. Es liegt quasi ein Schleier auf der Wäsche, dem wir Tag und Nacht hautnah ausgesetzt sind: in unserer Kleidung, in der Bettwäsche, unseren Handtüchern, wenn wir den gewaschenen Apfel mit einem Geschirrtuch trocknen, usw. Sauberkeit und Duft haben aber keinen kausalen Zusammenhang und man kann leicht darauf verzichten. Wer duftende Wäsche liebt, findet mit (selbstgemachten) Duftsachets oder Wäschespray effektive Alternativen.

  • Richtig dosieren spart Geld und schont die Umwelt. Die korrekte Menge an Waschmittel ist bedingt vom Volumen der Maschine (Ladung), dem Verschmutzungsgrad und der Wasserhärte. Die Wasserhärte in Ihrer Gegend lässt sich beim Wasserwerk anfragen, mit Teststäbchen oder online bestimmen.

  • Pulver statt flüssig. Flüssiges Waschmittel besteht hauptsächlich aus Wasser. Eine deutlich geringere Menge an trockenem Waschmittel besitzt also dieselbe Reinigungsleistung. Punkte verliert Flüssigwaschmittel ausserdem wegen der sperrigen Plastikverpackung und der Verwendung (schädlicher) Konservierungsmittel aufgrund der Anfälligkeit von Wasser auf Keime.

  • Konzentration aufs Wesentliche. Konzentrierte Pulverwaschmittel, oder Kompakt-Waschmittel, sind unter den herkömmlichen Waschmitteln die umweltfreundlichsten. Sie verzichten auf unnötige Füllstoffe ohne Waschleistung, können einfacher verpackt werden und sollten keine Konservierungsstoffe beinhalten.

  • Kühler waschen spart Energie. Bei normal verschmutzter Wäsche eines durchschnittlichen Erwachsenen ist Wäsche waschen bei 30°C völlig ausreichend. Familien mit Kindern und Haustieren werden damit nicht unbedingt auskommen. Hier empfiehlt sich oft ein biologisch abbaubares Waschmittel (ob gekauft oder selbst hergestellt) mit Sauerstoffbleiche, welche ab 60°C wirksam wird und dabei Flecken entfernt und Keime tötet. Kochwäsche ist grundsätzlich nur in Ausnahmefällen empfehlenswert.

  • So flauschig! Aber leider auch so bedenklich. Weichspüler besitzen keinerlei waschaktive Substanzen und belasten die Umwelt sowie unsere Haut und Atemwege vor allem mit Konservierungs- und Duftstoffen. Kationischen Tenside verbinden sich in der Faser mit negativen Ladungen, wodurch die sogenannte Trockenstarre vermieden werden soll. Trockenstarre bezeichnet die Steifigkeit von (besonders saugfähigen) Textilien nach dem Waschen und Trocknen. Ihr kann aber mit einfachen Mittel vorgebeugt werden. Mehr dazu unten!

 

Waschmittel selbstgemacht

Das eigene Waschmittel herzustellen kann erstmal überfordernd wirken – zumal es verdächtig nach Chemieunterricht klingt. Man fuchst sich aber schnell ein, denn es ist überraschend einfach. Was muss ein Waschmittel können? Schmutz entfernen, also Flecken und Gerüche aus Fasern lösen. Das funktioniert mit einigen Haushaltsmitteln sehr gut. Es folgen Rezepte für ein Basis-Waschmittel, ein Flüssigwaschmittel, bleichendes Waschmittel für Weisses, Feinwaschmittel und Weichspüler.

-> Sind DIY-Waschmittel schlecht für die Maschine? Mehr dazu unten!

Vollwaschmittel

Flüssiges Waschmittel

Weiss-Waschmittel

Feinwaschmittel / Wolle, Seide, Daunen

Weichspüler

Textilerfrischer

 

Vollwaschmittel

Ein 100% biologisch abbaubares Basis-Bio-Waschmittel in Pulverform für alle Fälle ist in wenigen Minuten fertig. Es empfiehlt sich für den Einstieg, denn es ist einfacher, als eine Kuchenmischung anzurühren. Es ist anspruchslos in der Aufbewahrung und praktisch unendlich haltbar. Geeignet ist es für leichte bis starke Verschmutzung und für alle üblichen Gewebefasern mit Ausnahme von Wolle und Seide.

Rezept für 1kg Pulver-Vollwaschmittel:

Zutaten: 1 Teil Soda, 1 Teil Kernseife, 2 Teile Natron

Utensilien: Küchenwaage, Schüssel (optional), Aufbewahrungsgefäss, Utensil zum Zerkleinern der Kernseife.250g Soda

250g Kernseife (2 ½ Stück)

500g Natron

Schritt 1: Zerkleinern Sie zunächst die Kernseife. Sie können die Seifenstücke mit einer Küchenreibe reiben, dies ist allerdings etwas langwierig. Empfehlenswert ist ein (elektrisches) Küchengerät zum Häckseln; wer keins hat, nimmt einfach ein grosses Küchenmesser. Das Schneiden mit dem Messer ist einfach und praktisch auf einem alten Geschirrhandtuch zu erledigen. So können das entstehende Puder und die kleinen Stückchen gut gesammelt werden, indem man die Enden des Geschirrtuchs hebt und leicht schüttelt. Auch kann die Kernseife im Anschluss unumständlich in den Topf geschüttet werden.

 

TIPP: Falls Sie Seifenstücke zur Handwäsche verwenden, können Sie die Reste sammeln und statt der Kernseife verwenden. 

 

Schritt 2: Füllen Sie alle Zutaten in ein geeignetes Gefäss und mischen Sie sie gut untereinander, bis eine einheitliche Masse entsteht. Sie können eine Schüssel verwenden oder das Mischen gleich im Aufbewahrungsbehälter erledigen. Ansprüche gibt es an die Aufbewahrung kaum, sie können Behälter aus Glas, Plastik oder Papier/Pappe verwenden. Das Waschmittel muss nur trocken gelagert werden.

Pro Waschladung benötigen Sie 30g – 50g Waschpulver, es reicht also für ca. 25 Waschladungen. Bei leicht verschmutzter Wäsche, weniger Beladung und weichem Wasser verwenden Sie weniger; bei starker Verschmutzung, mehr Beladung und hartem Wasser dosieren Sie höher. Geben Sie einen Spritzer Haushaltsessig oder Putzessig ins Weichspülerfach.

 

Flüssiges Waschmittel / Waschgel

Flüssigwaschmittel ist ebenfalls sehr leicht herzustellen. Es dauert zwar seine Zeit, der Aufwand ist allerdings minimal. Es empfiehlt sich, Flüssigwaschmittel lieber öfter und in kleinen Menschen herzustellen, da das enthaltende Wasser mit der Zeit anfällig für Keime wird.

Wer flüssiges Waschmittel zum Giessen möchte, nimmt in diesem Rezept 2 Liter Wasser. Wer das Waschmittel schnittfest und portionierbar mag, nimmt nur 1 Liter Wasser.

 

Verschiedene Seifen gelieren unterschiedlich. Sollte das fertige Waschmittel nicht die gewünschte Konsistenz haben, können Sie es beliebig oft neu aufkochen und entweder Wasser oder Seife hinzufügen, bis es Ihren Bedürfnissen entspricht.

Rezept für 1L Flüssig-Waschmittel:

Zutaten: 2 Teile Soda, 1 Teil Kernseife

Utensilien: Küchenwaage, Schüssel, Flasche oder Kanister, Utensil zum Zerkleinern der Kernseife.50g Soda

25g Kernseife

1 Liter (destilliertes) Wasser

Schritt 1: Wiegen Sie 50g Soda und 25g Kernseife ab. Geben Sie 1 Liter Wasser in einen Topf und erhitzen Sie es. 

Schritt 2: Zerkleinern Sie die Kernseife. Sie können die Seifenstücke mit einer Küchenreibe reiben, dies ist allerdings etwas langwierig. Empfehlenswert ist ein (elektrisches) Küchengerät zum Häckseln; wer keins hat, nimmt einfach ein grosses Küchenmesser. Das Schneiden mit dem Messer ist einfach und praktisch auf einem alten Geschirrhandtuch zu erledigen. So können das entstehende Puder und die kleinen Stückchen gut gesammelt werden, indem man die Enden des Geschirrtuchs hebt und leicht schüttelt. Auch kann die Kernseife im Anschluss einfach in den Topf geschüttet werden.

Schritt 3: Geben Sie die zerkleinerte Kernseife und das Soda in das warme Wasser. Lassen Sie es leicht köcheln und rühren Sie mit einem Kochlöffel oder Schneebesen, bis alles aufgelöst ist.

Schritt 4: Nehmen Sie den Topf vom Herd und lassen ihn etwa eine Stunde lang abkühlen.

Schritt 5: Kochen Sie die Masse erneut auf und lassen Sie sie anschliessend 12-24 Stunden zugedeckt ruhen. Die Flüssigseife wird in dieser Zeit eindicken und erhält eine gelartige, marmorierte Konsistenz.

Schritt 6: Ein letztes Mal kochen Sie nach der Ruhezeit Ihre Seife noch einmal auf. Während des Abkühlens können Sie optional 25 Tropfen ätherisches Öl dazugeben.

Schritt 7: Geben Sie die nun fertige Flüssigseife in ein Aufbewahrungsgefäss wie beispielsweise eine Flasche oder einen Kanister.

Schütteln Sie vor dem Gebrauch die Flasche kurz durch. Pro Waschladung benötigen Sie 75ml – 100ml Waschmittel, es reicht also für ca. 12 Waschladungen. Bei leicht verschmutzter Wäsche, weniger Beladung und weichem Wasser verwenden Sie weniger; bei starker Verschmutzung, mehr Beladung und hartem Wasser dosieren Sie höher. Geben Sie einen Spritzer Haushaltsessig oder Putzessig ins Weichspülerfach.

 

Weiss-Waschmittel

Waschmittel für weisse Wäsche muss nicht nur Flecken entfernen, sondern auch Grauschleier heben und Verfärbungen lösen. Optimal funktioniert das mit Sauerstoffbleiche/Bleichkomplex, welche sehr effektiv aber mild ist und die Fasern schont. Aktiv wird sie ab 60°C.

Rezept für 1kg Waschmittel für weisse Wäsche:

Zutaten: Je 1 Teil Soda, Kernseife, Natron und Sauerstoffbleiche
Utensilien: Küchenwaage, Schüssel (optional), Aufbewahrungsgefäss, Utensil zum Zerkleinern der Kernseife.

250g Soda
250g Kernseife (2 ½ Stück)
250g Natron
250g Sauerstoffbleiche

Schritt 1: Nehmen Sie die abgewogene bzw. portionierte Kernseife und zerkleinern Sie sie. Sie können die Seifenstücke mit einer Küchenreibe reiben, dies ist allerdings etwas langwierig. Empfehlenswert ist ein (elektrisches) Küchengerät zum Häckseln; wer keins hat, nimmt einfach ein grosses Küchenmesser. Das Schneiden mit dem Messer ist einfach und praktisch auf einem alten Geschirrhandtuch zu erledigen. So können das entstehende Puder und die kleinen Stückchen gut gesammelt werden, indem man die Enden des Geschirrtuchs hebt und leicht schüttelt. Auch kann die Kernseife im Anschluss unumständlich in den Topf geschüttet werden.   

TIPP: Falls Sie Seifenstücke zur Handwäsche verwenden, können Sie die Reste sammeln und statt der Kernseife verwenden.

 

Schritt 2: Mischen Sie alle Zutaten gut untereinander, bis eine einheitliche Masse entsteht. Auch hier können Sie nach Belieben Rühr- oder Mixgeräte verwenden (gemäss Herstellerangaben, versteht sich). Sie können eine Schüssel verwenden oder das Mischen gleich im Aufbewahrungsbehälter erledigen. Ansprüche gibt es an die Aufbewahrung kaum, sie können Behälter aus Glas, Plastik oder Papier/Pappe verwenden. Das Waschmittel muss nur trocken gelagert werden.

Anleitung: Pro Waschladung benötigen Sie 30g – 50g Waschpulver. Bei leicht verschmutzter Wäsche und weichem Wasser verwenden Sie weniger, bei starker Verschmutzung und hartem Wasser dosieren Sie höher. Geben Sie einen Spritzer Haushaltsessig oder Putzessig ins Weichspülerfach.

 

 

Feinwaschmittel / Wolle, Seide, Daunen

Die Zutatenliste und der Aufwand sind auch bei der Erstellung von Feinwaschmittel überschaubar. Wir benötigen dafür Wasser, Seife, Natron und Alkohol. Auf Soda verzichten wir, da es für tierische Fasern ungeeignet ist und sie beschädigen kann.
Als Seife taugen Kernseife oder Handseifen-Reste, sie lösen Fett und Schmutz und tragen ihn mit der Waschlauge ab. Sie können Ihr selbstgemachtes Feinwaschmittel aber auch optimieren, indem Sie Schmierseife (oder eine andere milde Seife mit hohem Anteil an reinem Pflanzenöl) verwenden. Genau wie unsere Haut und unsere Haare profitieren auch tierische Fasern wie Wolle und Seide von den pflegenden Eigenschaften einer Seife mit hochwertigen, pflegenden Ölen. 
Natron in Lebensmittelqualität wirkt reinigend, deodorisierend und antibakteriell, dabei ist es sanft zu empfindlichen Fasern. Alkohol löst ebenfalls Schmutz und tötet Keime. Wir empfehlen unseren Putzspiritus mit 50% Alkohol und sanften Zuckertensiden, aber auch klare, hochprozentige Überreste der letzten Party sind hier gut unterzubringen.

Rezept für 400ml Feinwaschmittel:

Zutaten: Wasser, Kernseife, Natron und Alkohol
Utensilien: Küchenwaage, Aufbewahrungsgefäss (z.B. Flasche, Kanister, Bügelglas), Utensil zum Zerkleinern der Seife.

320ml Wasser
80ml Putzspiritus
40g Seife
20g Natron

Schritt 1: Wiegen Sie alle Zutaten ab. Geben Sie 320ml Wasser in einen Topf und erhitzen Sie es. 

Schritt 2: Zerkleinern Sie die Kernseife. Sie können die Seifenstücke mit einer Küchenreibe reiben, dies ist allerdings etwas langwierig. Empfehlenswert ist ein (elektrisches) Küchengerät zum Häckseln; wer keins hat, nimmt einfach ein grosses Küchenmesser. Das Schneiden mit dem Messer ist einfach und praktisch auf einem alten Geschirrhandtuch zu erledigen. So können das entstehende Puder und die kleinen Stückchen gut gesammelt werden, indem man die Enden des Geschirrtuchs hebt und leicht schüttelt. Auch kann die Kernseife im Anschluss einfach in den Topf geschüttet werden.   

TIPP: Falls Sie Seifenstücke zur Handwäsche verwenden, können Sie die Reste sammeln und statt der Kernseife verwenden.

 

Schritt 3: Geben Sie die zerkleinerte Kernseife ins warme Wasser. Lassen Sie es leicht köcheln und rühren Sie mit einem Kochlöffel oder Schneebesen, bis alles aufgelöst ist.

Schritt 4: Nehmen Sie den Topf vom Herd und rühren Sie zügig Natron und Alkohol unter. Füllen Sie das nun fertige Feinwaschmittel in ein separates Aufbewahrungsgefäss. 

Pro Waschladung benötigen Sie 50 – 100ml Waschmittel. Bei leicht verschmutzter Wäsche und weichem Wasser verwenden Sie weniger, bei starker Verschmutzung und hartem Wasser dosieren Sie höher. Geben Sie einen Spritzer Haushaltsessig oder Putzessig ins Weichspülerfach.

 

Weichspüler

Wie oben beschrieben schneidet Weichspüler bei Umwelt und Gesundheit wenig gut ab. Doch wozu wird er überhaupt gebraucht? Weichspüler soll die sogenannten „Trockenstarre“ vermeiden. Trockenstarre entsteht, wenn die Wäsche wortwörtlich beim Trockenvorgang erstarrt: die Fasern verharren genau so, wie sie im nassen Zustand gelegen sind. Verstärkt wird dieser Effekt durch Kalk im Wasser, der Seife zu „Kalkseife“ werden lässt: eine Verbindung von Seife und Kalk ohne Waschleistung. Sie legt sich um die Fasern und bringt sie dazu, Handtücher senkrecht stehen zu lassen.

Hier ist Vorbeugung alles: Kalk wird schnell von Säure gelöst. Statt viel Geld für Weichspüler auszugeben und sich dann mit der Entsorgung sperriger Kanister herumzuschlagen, geben Sie einfach einen Teelöffel Zitronensäure oder einen Schuss farblosen Haushalts- / Putzessig ins Weichspülfach (keine Essig-Essenz!). Die Säure neutralisiert den Kalk, so dass Kalkseife und Brett-Handtücher gar nicht erst entstehen. Ganz nebenbei wird so auch die Waschmaschine gereinigt. Und das alles für wenige Rappen pro Waschgang.
Ideal ist zudem das Trocknen an der frischen Luft. Selbst im Winter ist dies problemlos möglich, indem Sie die Wäsche aufhängen und während des Trocknens stosslüften. Zusammen mit einem Ausschütteln vor dem Aufhängen trocknen die Fasern „in Bewegung“ und Trockenstarre kommt gar nicht erst auf.

Duft: Der Geruch des Essigs ist nach dem Waschen komplett verflüchtigt. Wer den starken Duft von Weichspüler vermisst, ist mit Duftsäckchen oder Wäschespray für die Lagerung gut bedient. Dieser Duft hält sogar deutlich länger im Schrank als der von Weichspüler. Und das geht so:

 

Textil-Erfrischer

Wäschesprays, oder Textil-Erfrischer, sind überall einsetzbar, wo muffige oder schlechte Gerüche an Fasern haften. Zum Beispiel bei längerer Lagerung im Schrank, wenn das noch saubere Shirt von gestern getragen werden soll, als Frische-Kick für Polstermöbel, Badetücher und Stofftiere, oder als Ersatz für Weichspüler. Dabei sollen die unangenehmen Gerüche nicht einfach überdeckt, sondern neutralisiert werden. Im Gegensatz dazu, was uns die Werbung vermitteln will, ist dazu kein high tech nötig, sondern lediglich Wasser, Natron, Alkohol und Duft nach Wahl.

Rezept für 500ml Textil-Erfrischer:

Zutaten: (Destilliertes) Wasser, Natron, Alkohol und ätherisches Öl nach Wahl, z.B. Lemongras oder Lavendel.
Utensilien: Küchenwaage, Messbecher, Flasche mit Sprühkopf

400ml Wasser
100ml Putzspiritus (oder anderer hochprozentiger Alkohol)
5g Natron (1 TL)
15 - 25 Tropfen ätherisches Öl

Schritt 1: Wiegen bzw. messen Sie alle Zutaten ab. Geben Sie sie zuerst das Wasser und Natron in die Flasche und anschliessend zügig den Alkohol und das Duft-Öl. Schütteln Sie die Flasche gut durch: Fertig!

Schritt 2: Geben Sie sie zuerst Wasser und Natron in die Flasche und anschliessend zügig den Alkohol und das Duft-Öl. Schütteln Sie die Flasche gut durch: Fertig!

Schritt 3: Schütteln Sie die Flasche gut durch: Fertig!

 

Ist selbstgemachtes Waschmittel schädlich für die Waschmaschine?

Oft hört man, dass von der Verwendung von (Kern-)seife in der Waschmaschine abzuraten ist, da sich Seifenreste ablagern und in Zusammenhang mit hartem Wasser unlösliche Kalkseifen bilden. Diese können nicht abtransportiert werden und befördern früher oder später die Maschine ins Jenseits.

Gibt es Seifenablagerungen? Das kommt drauf an. Wenn man mit (trockenen) Seifenflocken oder -pulver wäscht, muss sich die Seife erst im Wasser lösen. Daher sind Kurzwaschprogramme nicht ideal. Wer häufig im Kurzprogramm wäscht, kann dafür lieber das selbstgemachte Flüssigwaschmittel verwenden, denn darin ist die Seife schliesslich bereits gelöst.
Erwähnenswert ist, dass beispielsweise in Frankreich noch immer gern mit Marseiller Seifenspänen gewaschen wird, ohne dass die Waschmaschinen dort ein merklich kürzeres Leben hätten. Zudem besteht das Problem der Ablagerungen grundsätzlich bei allen Waschmitteln. Daher gibt es auch ein eigenes Reinigungsprogramm für die Waschmaschine.

Wie ist das mit Kalkseifen? Tatsache ist, dass Kalkseifen sich nur bei vorhandenem Kalk bilden können - wie der Name schon sagt. Da aber alle Waschmittel mit hartem Wasser weniger Waschleistung erzielen und daher höher dosiert werden müssen, ist es sowieso vernünftig und sparsam, einfach das Wasser zu enthärten. Das in unseren Waschmitteln enthaltene Soda ist dafür bestens geeignet. Abgerundet wird die Enthärtung durch Zugabe von Zitronensäure oder Putzessig (nicht über 10% Säure) ins Weichspülfach. Dies reinigt die Maschine, löst Kalk, Schimmel und andere Ablagerungen aus Maschine und Fasern, entfernt Grauschleier, lässt Farben leuchten und macht die Wäsche weicher; für wenige Rappen pro Waschgang. (Der Essig-Geruch ist dabei nicht wahrnehmbar.)

Schadet Säure der Waschmaschine? Auch von Essig wird berichtet, dass es die Dichtungen, Schläuche und Metallteile der Waschmaschine angreift. Bei höherer Dosierung ist das theoretisch möglich. Es ist allerdings schwierig, Belege oder direkte Erfahrungsberichte für diese Behauptung zu finden. Für die Erzielung der positiven Effekte von Essig sind zudem nur kleine Mengen nötig (10-50ml pro Waschgang), so dass die Wahrscheinlichkeit für Schäden umso geringer ist.

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